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Jenseits von Kapitalismus und Realsozialismus. Die Geschichte der katholischen Soziallehre und ihre Chancen heute

“Die Zeichen der Zeit im Lichte des Evangeliums im Hinblick auf das Wesen des Menschen zu beantworten ist die Aufgabe der christlichen Soziallehre. Nie war die Sehnsucht nach einer Ordnung jenseits von Kapitalismus und Sozialismus größer als heute. Nie waren die Chancen der christlichen Soziallehre größer“.

2005 hat das der ehemalige deutsche Arbeitsminister, Norbert Blüm, in einem Beitrag in der österreichischen Wochenzeitung „Die Furche“ festgestellt (Furche, Nr. 14/2005) – um wie viel mehr wiegt dieses Wort heute, nach dem Beben in Finanzwelt und Wirtschaft, das weltweit massive, teilweise noch unabsehbare Folgen nach sich zieht.

„Wir müssen die Ungleichheit als Mittel, mehr Wohlstand und Chancen für alle zu schaffen, tolerieren“, argumentiert ein früherer Berater der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher für die neuerlichen Milliardenboni, die große amerikanische Konzerne bereits im Herbst 2009, ein Jahr nach dem Sichtbarwerden der Finanzkrise, ausbezahlen.

Was braucht es, um „Wohlstand und Chancen für alle“ zu schaffen? Was heißt es heute,Verantwortung für die Ordnung der Gesellschaft zu übernehmen? Was bedeutet das Eintreten für ein „Gemeinwohl“, was heißt „Solidarität“ gegenwärtig?

Christ/innen haben in der Auseinandersetzung mit derlei Fragen ein Handwerkszeug zur Verfügung, das auf ihrem Glauben, auf ihren Einsichten in das Menschsein gründet: die christliche Soziallehre.

Um die Auseinandersetzung damit, was die christliche Soziallehre ist und bietet, insbesondere vor dem aktuellen gesellschaftlichen Hintergrund, geht es bei diesem Bildungsangebot.

Es geht um die Geschichte der christlichen Soziallehre, es geht um ihre grundlegenden Prinzipien: das Gemeinwohl, das Personenprinzip, das Solidaritätsprinzip unddas Subsidiariätsprinzip. Es geht darum, diese Prinzipien als argumentierbare Grundlage für ein verantwortetes Handeln von Christinnen und Christen in der Gesellschaft zu vermitteln.

Dabei sollen auch wesentliche Dokumente wie das ökumenische Sozialwort der 14 christlichen Kirchen in Österreich oder die jüngste Sozialenzyklika „Caritas in Veritate“ in den Blick genommen werden.

(red)

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