Die Vermittlung von Wirtschaftswissen ist zu einem großen Markt geworden, was sich an der steigenden Zahl von Publikationen und Kursangeboten zeigt. Auch zivilgesellschaftliche Akteur/innen, darunter mehrere katholische Organisationen, arbeiten zu ökonomischen Themen wie z.B. Armut, Verteilung, erwerbsarbeitsfreier Sonntag und faire nationale und internationale Arbeitsbedingungen. Daraus entstand die Nachfrage nach ökonomischem Wissen.
Wirtschaftsalphabetisierung knüpft an die Methode Sehen - Urteilen – Handeln an. Bildung geschieht, indem vom Wissen und den Erfahrung der Teilnehmer/innen ausgegangen wird: Wissen und Erfahrung werden dargelegt, in den Blick genommen („Sehen“), in einem zweiten Schritt mittels ökonomischen Fachwissens erweitert, um die jeweiligen Wahrnehmungen verstehen und deuten zu lernen („Urteilen“) und so eine Grundlage für sinnvolles „Handeln“ (dritter Schritt) zu schaffen.
Erst faire Arbeitsbedingungen schaffen einen fairen Tausch zwischen Leistung und Gegenleistung, sowohl bei sozialen Dienstleistungen als auch beim Gütertausch. Jede Person ist Konsument/in und Produzent/in und damit von den eigenen und den Arbeitsbedingungen anderer Frauen und Männer betroffen.
· Ist es vor allem eine Frage der Konsument/innnenmacht, dass sich Unternehmen an arbeitsrechtliche Standards halten?
· Wie können erwerbstätige Frauen und Männer am Arbeitsplatz auf faire Arbeitsbedingungen hinwirken?
· Welche Möglichkeiten des politischen Engagements in zivilgesellschaftlichen Organisationen gibt es?
Am Thema fairer Handel durch faire Arbeitsbedingungen sollen eigene Arbeitsbedingungen und Erfahrungen als Konsument/innen, Arbeitnehmer/innen und Sorgearbeiter/innen (Menschen, die ohne Bezahlung im Haushalt, in der privaten Kinder- und Altenbetreuung, in der Nachbarschaftshilfe… arbeiten) reflektiert und analysiert werden. Theorieinputs sollen helfen, Erfahrungen in einen ökonomisch-politischen Kontext einzuordnen, urteilsfähig zu werden und konkretes Handeln anzudenken.
Vortrag und Workshop
Referentinnen:
Dr. Luise Gubitzer
ao. Professorin am Institut für Institutionelle und Heterodoxe Ökonomie der Wirtschaftsuniversität Wien; Forschungsschwerpunkte: alternative politische Ökonomie unter Berücksichtigung frauenspezifischer, umweltpolitischer und entwicklungspolitischer Fragestellungen; war mehrere Jahre u.a. Mitglied der Kommission der Österreichischen Bischofskonferenz Justitia et Pax, Vorstandsmitglied des Beirates für Gesellschafts-, Wirtschafts- und Umweltpolitische Alternativen BEIGEWUM; ist u.a. Mitglied der Kommission für Entwicklungsfragen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Gründungsmitglied des Vereins „Joan Robinson – Verein zur Förderung frauengerechter Verteilung ökonomischen Wissens“, Vorstandsmitglied von FAIRTRADE Österreich, Gründungsmitglied der „Watchgroup Gender und öffentliche Finanzen“
Mag.a Eva Klawatsch-Treitl
Wirtschaftspädagogin, langjährige Bildungsreferentin und ehrenamtliche Vorsitzende der Dreikönigsaktion/KJSÖ, Vorstandsmitglied von WIDE (women in development) Österreich, Koordinatorin des Vereins Joan Robinson (Verein zur frauengerechten Verteilung ökonomischen Wissens), Lehrbeauftragte für Ökonomie an der Fachhochschule für Sozialarbeit
Kontakt: Mag.a Elisabeth Ohnemus oder office@bildungswerk.at
(red)