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Ausbildung „Bewegung für SeniorInnen“ als „Good Practice“ ausgezeichnet
© Clemens Tiefenthaler i.A. des BMASK

Im Rahmen der Tagung LLLplus „Bildung wirkt - ein Leben lang!" wurde am Dienstag, 4. November 2014, von Sozialminister Rudolf Hundstorfer die „Basisausbildung zur/m KursleiterIn bei Bewegung für SeniorInnen“ als herausragendes „Good Practice“ Modell in der Bildungsarbeit mit älteren Menschen ausgezeichnet.

Gesund alt werden - das ist der größte Wunsch älterer Menschen. Dass gezielte körperliche Aktivität hierzu einen positiven Beitrag leisten kann, rückt immer mehr ins Bewusstsein älterer Menschen. Um diesem steigenden Bedarf nach hochwertigen Bewegungsangeboten Rechnung zu tragen, bietet das Katholische Bildungswerk Wien in Kooperation mit dem ASVÖ, der Wiener Volkshochschulen GmbH und der Sportunion Akademie die Ausbildung für BewegungskursleiterInnen im SeniorInnenbereich an.

© Clemens Tiefenthaler i.A. des BMASK
Minister Hundstorfer würdigte die ausgezeichneten Projekte als innovativ und ambitioniert.

Die ambitionierten und hochprofessionellen Projekte würden deutlich machen, welche vielfältigen und innovativen Zugänge es gibt, lebenslanges Lernen auch im Alter zu ermöglichen: „Diese Projekte sind innovativ, ambitioniert und geben wichtige neue Impulse für die nachberufliche Lebensphase", würdigt Sozialminister Rudolf Hundstorfer bei der Preisverleihung das breite Angebotsspektrum.

Das PASEO-Team – Christina Steininger, Herbert Anderl, Renate Skarbal und Renate Schiller – schildert im Interview das „Good Practice“ - Projekt.

Was bedeutet PASEO und was bedeutet diese Ehrung durch das Bundesministerium?

Christina Steininger: Paseo heißt im Spanischen „Spaziergang“. PASEO ist aber auch die Abkürzung für das EU-Projekt „Physical Activity among Sedentary Older People“. Dieses wurde von 2009 bis 2011 in 15 europäischen Ländern durchgeführt, so auch in Österreich. Ziel des Projekts war es, verschiedene Organisationen und Akteure, die mit älteren Menschen und Bewegungsaktivitäten für Ältere befasst sind, an einen Tisch zu holen und einen umfassenden Maßnahmenkatalog zur Förderung von Bewegungsmöglichkeiten für Ältere zu formulieren. In einem intensiven, zweijährigen Arbeitsprozess gelang es dem österreichischen Projektteam, dem Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien in Zusammenarbeit mit der Wiener Gesundheitsförderung, gemeinsam mit rund 20 VertreterInnen aus unterschiedlichen Gesellschaftsbereichen und mit Bezug zu Älteren, den Wiener Aktionsplan zur Förderung von Bewegungs- und Sportaktivitäten älterer Menschen zu erarbeiten.

Daraus hat sich im Bereich der Anbieter von Bewegungsangeboten für ältere Menschen letztlich die erfolgreiche Zusammenarbeit der Organisationen ASVÖ, Katholisches Bildungswerk Wien (KBW), Wiener Volkshochschulen (VHS) und SPORTUNION Akademie entwickelt.

Die Ehrung durch das Bundesministerium ist eine Bestätigung für die Qualität und den Innovationsgehalt unserer Arbeit. Es freut mich, dass wir mit unserer Arbeit ein unabhängiges ExpertInnenteam des Departments für Soziologie der Universität Wien beeindrucken und überzeugen konnten.

Es ist zugleich aber auch eine Auszeichnung für die Nachhaltigkeit von PASEO. Es ist großartig, dass ein Projekt nach dem offiziellen Ende nicht – wie so oft – zu Grabe getragen wird und in der Schublade landet, sondern dass es Fortbestand hat und in verschiedenen Bereichen weitergeführt wird.

© Clemens Tiefenthaler i.A. des BMASK
Bewegung für SeniorInnen probierten die TeilnehmerInnen in der Praxis.

Die Ausbildung wird von vier Institutionen getragen. Wie funktioniert das und was bringen die einzelnen Institutionen ein?

Renate Skarbal: Die Organisation des Ausbildungslehrgangs wird in gleichberechtigter Arbeitsweise durchgeführt, sie wird jährlich „im Radl“ weitergegeben. Das bedeutet, dass die teilnehmenden Institutionen im Wechsel die Verantwortung für die administrativen und inhaltlichen Belange eines Lehrgangs übernehmen. Durch diese arbeitsteilige Vorgehensweise werden Ressourcen gespart und die Organisationsarbeit für die Ausbildung lastet nicht ausschließlich auf den Schultern einer einzelnen Institution.

Des Weiteren wird das Team an TrainerInnen und ReferentInnen aus dem Lehrpersonal aller vier Institutionen gebildet. Dabei werden hohe Kompetenzanforderungen an die Lehrenden gestellt.

Bei regelmäßigen Treffen aller VertreterInnen der vier Institutionen finden Abstimmungsprozesse statt. Dabei werden die Evaluationen der jeweiligen Ausbildungsgänge besprochen und gemeinsam auf etwaige Probleme reagiert. So ist es gelungen, die Ausbildung sukzessive an die Rückmeldungen und Erwartungen der Teilnehmenden anzupassen. Das belegen die überaus zufriedenstellenden Evaluationsergebnisse mit „ausgezeichneten bis sehr gute Beurteilungen“.

Was ist das Besondere an Ihrer Ausbildung?

Renate Schiller: Das Besondere ist auf jeden Fall, dass es ein gemeinsames Projekt von vier recht unterschiedlichen Institutionen ist. Denn wir haben durchaus unterschiedliche Unternehmenskulturen, unterschiedliche Zielrichtungen und unterschiedliche Zielgruppen. Trotzdem gibt es wichtige Berührungspunkte, einen davon haben wir in der SeniorInnenbildung gefunden und, wie ich finde, gut genützt.

Im Rahmen dieses Projekts konnten wir sektorenübergreifend und interdisziplinär unser spezifisches ExpertInnenwissen aus Sportwissenschaft, Erwachsenenbildung und diversen anderen Fachgebieten mit den Erfahrungen aus unseren Einrichtungen zusammenführen. Zum Nutzen der AbsolventInnen der Lehrgänge und natürlich zum Nutzen und Wohl der vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die in den Kursen betreut werden.

Und dann hat diese Basisausbildung noch etwas Besonderes: Sie führt die Generationen zusammen. Die AbsolventInnen unserer Lehrgänge sind zwischen17 und 74 Jahre alt! Der Austausch zwischen Jung und Alt während der Ausbildung ist eine enorme Bereicherung für alle, übrigens auch für die ReferentInnen, wie uns immer wieder berichtet wird.

(red)


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