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Religionen können friedlich zusammenleben!
© Katholisches Bildungswerk Wien

In der Pfarre "Göttliche Barmherzigkeit" diskutierten am Montag, 9. Oktober 2017, Kenan Corbic, Religionspädagoge und Imam in Mistelbach, und Pfarrer P. Matthias Felber SVD, aus der Pfarre zum göttlichen Wort, Theologe und Missionar in Ghana anlässlich 70 Jahre Katholisches Bildungswerk Wien. Die Diskussion leitete Manfred Zeller.

Die Pfarre Göttliches Wort, im 10. Wiener Gemeindebezirk war die erste Station der sieben Veranstaltungen zum 70 Jahr Jubiläum des Katholischen Bildungswerkes Wien. Zum Thema "Können Religionen friedlich zusammenleben" diskutierten Kenan Corbic, Religionspädagoge und Imam in Mistelbach, und Pfarrer P. Matthias Felber SVD, aus der Pfarre zum göttlichen Wort, Theologe und Missionar in Ghana. Dass diese Veranstaltung knapp vor den österreichischen Nationalratswahlen 2017 stattfand, verlieh dem Thema noch mehr Brisanz.

Persönliche Erfahrungen
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Mehr als 50 TeilnehmerInnen waren in den Pfarrsaal gekommen, um die Diskussion zu hören.

Beide Referenten brachten zu Beginn der Diskussion ihre persönlichen Erfahrungen mit anderen Religionen ein. P. Matthias Felber SVD erzählte von seinen Erfahrungen, die er erst machte "als ich als Missionar nach Ghana kam. Vorher war ich im christlichen/katholischen Binnengewässer unterwegs. Erst in Ghana kam ich mit dem Islam und der Naturreligion, wie sie hier vorherrschte, in Berührung." Dabei konnte er eine Besonderheit des guten Zusammenlebens erzählen, denn "wenn in Ghana ein Christ zum Präsidenten gewählt wurde, dann wurde ein Moslem zum Vize gemacht und umgekehrt. Auch politisch wird bewusst ein gutes Miteinander gelebt", so P. Matthias. Überhaupt sei das große Anliegen der Respekt voreinander. Religion sei in Ghana allgegenwärtig, so auch in öffentlichen Verkehrsmitteln, "da kann es schon einmal vorkommen, dass in den öffentlichen Bus ein Prediger mit einsteigt und dann darf man sich eine halbe Stunde eine Predigt anhören", berichtete der Pfarrer. P. Matthias zeigte sich auch sehr realistisch, dass diese Form des Zusammenlebens nicht auf Österreich und Wien übertragbar sei. In Wien treffe er, seit er Pfarrer in Favoriten ist, immer wieder mit Muslimen zusammen, "besonders mit jenen aus der Moschee in der Buchengasse. Und im 'Dialog für Favoriten', der besonders von der MA 17 organisiert und begleitet wird, kommen wir als unterschiedliche Religionsgemeinschaften zusammen, das ist mir auch sehr wichtig", so P. Matthias.

Kenan Corbic, seit 13 Jahren Religionspädagoge und Imam in Mistelbach, startete den Dialog in Favoriten mit einem Statement, "um einige Missverständnisse zu klären", wie er betonte. Auch ganz selbstkritisch betrachtet Corpic die eigene Religionsgemeinschaft, denn es sei für Musilme wichtig, für andere Menschen und für die Gleichberechtigung einzutreten. "Und es ist wichtig Mohammed und seine Lehre in die heutige Zeit zu übersetzen, ohne eine textkritische Auseinandersetzung, was der Prophet damals wollte und heute will, wird es nicht gehen. Muslime müssen verstehen, dass ein Zusammenleben nicht möglich ist, ohne die Interpretation des Koran für heute". Das Zusammenleben ist nicht leicht, war sich Corpic bewusst, denn es gibt viele Vorurteile auf allen Seiten.

Das Zusammenleben ist für P. Matthias auch besonders wichtig, begegnen sich die Menschen doch tagtäglich auf der Straße. "In meiner Pfarre und Gemeinde am Keplerplatz gibt es einige Menschen, die den Dialog befeuern und mit gemeinsamen Aktionen anregen, das ist mir wichtig. Auch ein gemeinsames Friedensgebet gab es schon in Favoriten."

In der abschließenden Diskussion mit den mehr als 50 Teilnehmenden Menschen Favoriten und Umgebung, konnten noch viele Fragen geklärt und beantwortet werden und Kenan Corpic und P. Matthias Felber standen zu allen Anliegen Rede und Antwort. Auch nach der Veranstaltung suchten viele das Gespräch mit dem Imam.

Ein besonderes Gastgeschenk
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EIn Überraschungsgeschenk gab es für Bildungswerkleiterin Sabine Ruppert.

"Wir haben lange überlegt, was das beste Mitbringsel ist. Schlussendlich führte der Hl. Geist oder der Zufall die Hand und gemeinsam mit Dombaumeister Wolfgang Zehetner und der Dombauhütte ist es gelungen ein Stück Geschichte zu finden. Dafür möchte ich dem Dombaumeister herzlich danken. Es ist quasi in Stein gemeisselte Menschengeschichte. Wir haben ein Stück einer Fensterrosette des Stephansdomes in sieben Teilen bekommen, passend zu den sieben Veranstaltungen", beschrieb Radlmair das Geschenk. Der Bildungswerkleiterin der Pfarre, Sabine Rupert, wurde der erste Teil überreichen, es stellt symbolisch diese Verbindung zwischen pfarrlichem und diözesanem Bildungswerk dar, zwischen den Menschen und dem Stephansdom, der als Diözesanwahrzeichen auch im Logo der ED Wien verankert ist.

Dank für ehrenamtliches Engagement

Zum Abschluss wurde auch den ehrenamtlichen BildungswerkleiterInnen in Favoriten gedankt, die seit 10 und mehr Jahren Erwachsenenbildung organisieren.

(red)


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