11. Dezember

© Jankovich

Weihnachten 1947 in Linz

Wir wohnten am Froschberg und hatten schräg vis-a-vis eine Barackenkirche mit Pater Pirmin als Pfarrer. Er war sehr modern und organisierte für uns Kinder immer tolle Sachen. Für diese Weihnachten hatte er die Idee, dass wir die Bescherung erst nach der Mette halten sollten.  Meine Schwester und ich waren begeistert, die Eltern weniger. Wir mussten also um 20:00 ins Bett und konnten lange nicht einschlafen. Um 23 Uhr weckten uns die Eltern und wir waren blitzartig angezogen und sehr aufgeregt. Dann ging es in die Kirche bei Schneetreiben und Glockenklang. Ich konnte mich nur schwer auf die Messe konzentrieren, denn meine Fantasie erzeugte Bilder von Geschenken, die ich mir wünschte.

Endlich war die Mette vorbei und flugs ging es nach Hause. Dann vor dem Christbaum noch Stille Nacht singen und endlich durften wir uns die Geschenke anschauen. Ich bekam damals eine Tafel  Bensdorp Schokolade, eine warme Haube und einen Schal, den meine Mutter gestrickt hatte. Wir durften noch ein paar Weihnachtskekse essen, dazu gab es heißen Kakao und dann gings ab ins Bett.

Elfriede Abou Eish, damals Reischitz. Nach 14 Übersiedlungen bin ich in Reichenau an der Rax gelandet.

(Elfriede Abou Eish)

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