17. Dezember

© privat

Die Eltern fuhren zum Weihnachtseinkauf nach Wien (die einzige Wienfahrt im Jahr) und brachten uns Kindern je einen 1-Schilling-Bensdorpriegel mit – eine Rarität für uns! Sonst gab es nur die selbstgemachte Schokolade für den Christbaumbehang. Später durfte ich den süßen Christbaumbehang einkaufen. Ich bekam 100 Schilling und war redlich bemüht, bei den 3 Kaufleuten im Ort jeweils 33 S auszugeben. Das war eine Tüftelei, es mussten ja von allem je 7 Stück sein! Zuckerl und Stollwerk mussten da immer für den Preisausgleich sorgen. Diese kleinen Teile wickelten Mutter und ich abends, wenn die kleinen Geschwister schon schliefen, in buntes Wickelpapier mit Fransen und darüber glänzendes Stanniol. Das putzte den Christbaum neben den selbstgebastelten Strohsternen, dem schön verzierten Lebkuchenbehang und den Kerzen sehr verlockend auf. Besonders liebten wir Kinder aber die Sternspritzer, die leider viel zu rasch verglühten.

(Marie Luise Kerschbaum)

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