21. Dezember

© privat

Adventerlebnisse

Ich bin im Mühlviertel aufgewachsen. Die Zeit des Advents habe ich jedes Jahr besonders geheimnisvoll erlebt, verbunden mit verschiedenen Bräuchen.

Damals gab es die allgemein beliebte Zeitschrift „die Wunderwelt“, in der zu Beginn des Advents ein besonderer Adventkalender enthalten war. Dieser wurde von den Eltern für uns Kinder vorbereitet.

Fasziniert erblickten wir den Himmel mit Sternen und viel Glitzer. Von der Himmelstür führte eine Treppe herunter auf die Erde und darauf ging das Christkind jeden Tag eine Stufe herunter, sofern wir Kinder auch brav waren. Wenn dies nicht der Fall war, wanderte das Christkind eine Stufe zurück. Das funktionierte einige Zeit, doch dann passierte es, dass meine Geschwister stritten und rauften. Meine Mutter flüsterte mir zu: „Stell das Jesulein eine Stufe zurück.“ Am Abend, als meine Geschwister wie jeden Tag überprüften, ob das Christkind „eh nicht zurückgegangen ist“, stellten sie mit Bestürzung fest, dass dem so war. Ab diesem Tag waren alle sehr bemüht, gut miteinander auszukommen. Natürlich hat meine Mutter das Christkind wieder heimlich eine Stufe heruntergeholt und so war es am Heiligen Abend rechtzeitig auf der Erde.

(Sr. Irene (80))

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