22. Dezember

© Jankovich

Am Heiligen Abend war es schon Tradition, dass es am Nachmittag noch eine gute Jause gab, aber bis zum Abend hin wurde es sehr ruhig, es duftete nach Bäckerei, das Geschäft wurde Mittag geschlossen, die Auslage war mit Tannenreisig geschmückt, Holzengel standen im Kerzenschein, wir saßen in der großen Stube, wo die Oma auch kochte, ins große Zimmer nebenan durfte keiner rein.

Aber dann, am frühen Abend, es waren nur rundherum Kerzen aufgestellt, ich war schon aufgeregt, da läutete plötzlich ein kleines Glöckchen und wir durften in das geheimnisvolle Zimmer gehen. Zuallererst stand ein großer, wunderschön geschmückter Christbaum mit echten Kerzen, der Raum war auf einmal sehr hell. Der Christbaum hatte eine goldene Spitze und mit viel Süßigkeiten, z.B. eingewickelte Zuckerl, Schirmchen, Fondau und Windringerl, natürlich viel geschmückt, wie es ihn halt damals gab!

Zum Abendessen gab es kalten Aufschnitt u. Most. Es war auch Brauch um Mitternacht in die Mette zu gehen. Die Kirche war nicht weit weg, das hat mir sehr gefallen, da meine Stiefmutter auch beim Chor sang und eine sehr schöne Stimme hatte! So habe ich diese damaligen Weihnachten noch recht gut in freudiger Erinnerung!

(Eva Maria Prochazka)

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