24. Dezember - Heiliger Abend

© Sauter

Erinnerungen an Advent und Weihnachten in meiner Kindheit. Aufgewachsen auf einem Kleinhaeuslerhof in der Buckligen Welt. Der Nachbar war über dem nächsten Hügel zu Hause. Schnee gab es sehr viel. Die Entfernung ins Dorf betrug 2 km, ebenfalls zur Kirche.

Im Advent bekamen wir im Religionsunterricht vom Herrn Pfarrer eine Karte, wo jeder Tag eingetragen war bis zum Heiligen Abend.Wenn wir in der Rorate waren, wurde auf der Karte ein Symbol vom Advent daraufgeklebt. Zu Weihnachten kam dann ein schönes Weihnachtsbild in die Mitte der Karte. Wir waren stolz darauf zu Weihnachten eine volle Karte zu haben und bekamen dafür ein großes Lob. Durch den vielen Schnee war es aber ein Opfer, das wir brachten. Wir sind oft bis zu den Knien im Schnee gestapft und wir wurden nass. Es gab für die Mädchen keine Hosen, auch keine Pelzschuhe nur gestrickte Wollstruempfe. Nach der Messe ging es dann gleich in die Schule mit den nassen Sachen. Wir waren aber nie krank.

Es gab im Advent auch keine Beleuchtung, nur eine Petroleumlampe, da es keinen Strom gab. Nikolaus und Krampus kamen nicht, wir waren zu weit weg vom Ort. Weihnachten war ganz anders als heute. Es gab am Heiligen Abend Tee und einen selbst gebackenen Mohnstrudel. Dann gingen wir mit einer Laterne, zur Orientierung im Dunklen, in die Mette. Der Christbaum war mit Windringerl, Schokoringerl und eingewickelte Stollwerkzuckerl geschmückt. Als Geschenke gab es das, was wir gerade zum Anziehen brauchten.

Es waren einfache Weihnachten, der Schwerpunkt war die Geburt Jesu und nicht der Konsum. Das ist auch heute noch für mich Weihnachten. 

(Johanna, 80 Jahre)

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