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Glaube bei Soldaten und Seelsorgern gefragt
© Katholisches Bildungswerk Wien

Das Gespräch mit der Militärseelsorge sollte in die Auswahlkriterien bei Auslandseinsätzen eingebunden werden, forderten erfahrene Soldaten beim Symposium „Glaube - Krieg - Soldat. 1914-2014“ in der Militärakademie in Wiener Neustadt.

Zum Thema "Glaube - Krieg - Soldat" fand am Donnerstag, 23. Oktober 2014, in der Theresianischen Militärakademie eine qualitative Auseinandersetzung statt. Beim gemeinsamen Symposium in der Reihe "Am Jahrhundert lernen" des Katholischen Bildungswerkes Wien, des Bildungszentrums St. Bernhard und des Instituts für Offiziersausbildung der Theresianischen Militärakademie wurde das Thema der Militärseelsorge behandelt. Dabei stand im Mittelpunkt, dass ein Krieg oder ein anderer Einsatz eines Soldaten, einer Soldatin diesen verändert. „Wie kann der Glaube eine Rolle spielen,  oder spielt der Glaube überhaupt eine Rolle“, das waren Fragen, die sich Militärseelsorger und Einsatzsoldaten stellten.

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Drei Militärseelsorger präsentierten die Sorge um Soldaten.

Die drei Militärseelsorger Militärsuperior Alexander Wessely  von der katholischen Militärseelsorge, Militärsenior Michael Lattinger von der evangelischen Militärseelsorge und Abdulmedzid Sijamhodzic  von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich präsentierten bei der Veranstaltung die Militärseelsorge und ihre Veränderung in den hundert Jahren seit 1914.

Die Einsatzsoldaten Hauptmann Alexander Spannbauer, Hauptmann Markus Bock und Oberst Hans Lampalzer berichteten von ihren Erfahrungen bei Auslandseinsätzen in Bosnien, Kosovo, Ukraine und beim Tsunami. Im Einsatz sei das eigene Gewissen und der eigene Glaube wesentlich, zu dem ich stehen müsse, das betonten alle drei Soldaten. Zugänge zum Glauben gab es unterschiedliche, aber „Mein Glaube ist das Wichtigste, dann ist Vermittlung und Akzeptanz anderer Glaubensrichtungen möglich“ so der Tenor. Besonders bei Einsätzen, wo es viele Tote gibt, sei der eigene Glaube gefragt. „Diese Einsätze verändern das Leben“, berichten die Soldaten. Aus einem eigenen Glauben könne der Antrieb kommen für andere zu arbeiten, sein eigenes Leben zu riskieren. „Was treibt Menschen dazu? Der Mensch wird von seinem Gewissen getrieben und von der Nächstenliebe“, so Hauptmann Bock.

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Brigadier Pichlkastner betonte: "Es ist wichtig glaubwürdig zu sein."

Sijamhodzic stellte in seinen Ausführungen dar, dass ein Gläubiger der sei, vor dem das Leben und die Habe des anderen sicher ist. „Im Islam ist jede Verängstigung der Bevölkerung verboten“, betonte Sijamhodzic.

In der Diskussion mit den TeilnehmerInnen wurde dann eine Lanze für die Militärseelsorge gebrochen. Die Soldaten hoben die Bedeutung besonders hervor, und Wessely fasst es zusammen: „Es ist völlig egal, welcher Seelsorger gerade da ist, wenn der Soldat Heimweh hat, braucht er ad hoc Hilfe und nicht in drei Wochen“. Eine Anregung der Offiziere war, dass alle Soldaten, die in den Auslandseinsatz gehen, nicht nur zum Psychologen gehen müssen, sondern das Gespräch mit dem Militärseelsorger sei besonders wichtig.

„Warum scharen sich Soldaten um Experten, um Seelsorger, selbst Konfessionslose gehen zum Seelsorger?“ fragt Pichlkastner in seiner Zusammenfassung. Werte sind wichtig und müssen gelebt werden, dazu „ist es wichtig, glaubwürdig zu sein und an den persönlichen ethisch-moralischen Einstellung zu arbeiten. Hilfreich kann es dabei sein, sich einer Gemeinschaft anzuschließen und nicht sich selber zum Kollektiv machen“, betonte Pichlkastner abschließend.

(red)


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