Script zur Bildvergrößerung.
SYMPOSIUM "Wenn Angst lähmt"
© Markus Fuchs, Korporal

Am Donnerstag den 11. Februar 2016 veranstaltete das Institut für Offiziersausbildung der Theresianischen Militärakademie gemeinsam mit dem Katholischen Bildungswerk Wien und dem Bildungszentrum St. Bernhard in Wiener Neustadt, welches auch die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte, das Symposium mit dem Titel „Wenn Angst lähmt“.

Der Titel der Veranstaltung steht eigentlich im Widerspruch zu den Allgemeinen Dienstvorschriften für das Österreichische Bundesheer (ÖBH), welche mit den allgemeinen Pflichten für Soldatinnen und Soldaten unter anderem Disziplin, Kameradschaft, Gehorsam, Wachsamkeit sowie Tapferkeit fordert. Gemäß Duden wird Angst als eine Beklemmung, Bedrückung und angesichts einer unbestimmten Gefahr bzw. des undeutlichen Gefühls des Bedrohtseins als ein mit Erregung einhergehender Gefühlszustand definiert. Die körperlichen Symptome der Angst sind normale physische Reaktionen des Körpers, die bei Gefahr die körperliche oder seelische Unversehrtheit, im Extremfall also das Überleben, sichern sollen. In diesem Zustand können Menschen und somit auch Soldatinnen und Soldaten irrationale Handlungen setzen, die in einem möglichen Einsatz letztlich den sicheren Tod bedeuten können.

Das Klischee, dass Soldatinnen und Soldaten und Angst und deren möglichen Folgen einander eigentlich ausschließen, steht klar im Widerspruch zu den diesbezüglichen Einsatzerfahrungen der Streitkräfte, wie beispielsweise der Bundesrepublik Deutschland, Großbritanniens und der Vereinigten Staaten von Amerika in Afghanistan. Eine permanente unklare Bedrohung, das Elend, die Ohnmacht, gegebenenfalls Tod und somit sehr belastenden Anforderungen in Stabilisierungseinsätzen wie in Afghanistan immer mehr Soldatinnen und Soldaten mit allgemeinen Stresserkrankungen, Belastungsstörungen, Depressionen oder Angststörungen aus den Einsatzräumen zurückkehren lassen.

© © Markus Fuchs, Korporal
Kriminalpsychologen Thomas Müller definierte den Begriff Angst aus philosophischer, medizinischer sowie ethischer Sicht

Die Einleitung des Symposiums erfolgte durch den Kriminalpsychologen Dr. Thomas Müller, welcher über große nationale und internationale Erfahrung in seinem Fachgebiet verfügt und unter anderem an der Überführung des Briefbombenattentäters Franz Fuchs und des Serienmörders Jack Unterweger mitwirkte. Müller definierte den Begriff Angst und die Formen der Angst aus philosophischer, medizinischer sowie ethischer Sicht und erläuterte seine Bewältigungsstrategie um nicht Opfer der sogenannten „Angstfalle“ zu werden.

Militärbischof Dr. Werner Freistetter lieferte die theologische Annäherung zum Thema an Hand der Werke des Dominikaners, Philosophen und Theologen Thomas Aquinas. Er ist und war einer der einflussreichsten und bedeutendsten Kirchenlehrer der römisch-katholischen Kirchengeschichte.

© Markus Fuchs, Korporal
Militärbischof Dr. Werner Freistetter lieferte die theologische Annäherung zum Thema.

In der anschließenden Diskussion wurde die Bedeutung des Themas, „Wenn Angst lähmt“, bestätigt. Im Hinblick auf mögliche zukünftige Einsatzräume des Österreichischen Bundesheeres, zum Beispiel aufgrund des politischen Umbruchs in den verschiedenen Staaten des Maghreb, dem Konflikt in der Ukraine, den Auswirkungen des Bürgerkrieges in Syrien in unmittelbarer europäischer Nachbarschaft, stellt die Auseinandersetzung mit dieser Problematik eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung der erforderlichen physischen und mentalen Stärke zukünftiger militärischer Führungskräfte dar.

Die Entwicklung einer den Aufgabenvollzug adäquaten körperlichen Leistungsfähigkeit einschließlich eines ausgeprägten Gesundheitsbewusstseins und der mentalen Stärke zur positiven Lebensgestaltung und entsprechender Reflexionsfähigkeit sind wesentliche Komponenten des Theresianischen Führungsmodells. Das Theresianische Führungsmodell ist die zeitgemäße Interpretation des 1752 von Kaiserin Maria Theresia erteilten Auftrages, „Mach er mir tüchtige Offiziere und rechtschaffene Männer daraus“, für die Berufsoffiziersausbildung an der Theresianischen Militärakademie.

Der Fachhochschul-Bachelorstudiengang Militärische Führung fördert mit solchen Veranstaltungen unter anderem die Befähigung der Absolventinnen und Absolventen, unter besonderen Belastungen zu bestehen und die ihnen anvertrauten Soldatinnen und Soldaten in vielfältigen und herausfordernden Einsatzszenarien erfolgreich zu führen.

Zu dieser Zielsetzung leistete diese Veranstaltung einen weiteren Beitrag. Die Ausführungen der Vortragenden ließ, in Verbindung mit der anschließenden Diskussion, selbst Angehörige des ÖBH mit Einsatzerfahrungen aus den unterschiedlichsten Einsatzräumen im In- und Ausland, nicht unberührt.

(Mag. (FH) Michael Moser, Major)


Vergößern: STRG ++
Verkleinern: STRG +-

Newsletter-Anmeldung Aktuelles Programm im Bildungszentrum Floridsdorf

Terminvorschau
für 19.03.2019

• 1210  Wien, 19.03.2019, 10:00 Uhr
Die Via Dolorosa von Wien
Veranstaltungsort: Bildungszentrum Floridsdorf
• 2130  Mistelbach, 19.03.2019, 16:00 Uhr
LIMA - Tankstelle Region Weinviertel
Veranstaltungsort: Büro der Caritassozialstation Mistelbach
• 1210  Wien, 19.03.2019, 17:00 Uhr
Bildungs-Cafe unterwegs
Erwachsenenbildung ermöglicht Lebensqualität
Veranstaltungsort: Bildungszentrum Floridsdorf
• 1210  Wien, 19.03.2019, 19:00 Uhr
Gräser - Bilder - Blüten - Tänze
Gemeinsam mit Kindern Frühling malen, Frühling tanzen
Veranstaltungsort: Bildungszentrum Floridsdorf
© www.bildungsangebote.at
©noe.gv.at
© Stadt Wien
© Sozialministerium.at
© www.bmbwf.gv.at
© www.frauen-familien-jugend.bka.gv.at
© Forum Katholischer Erwachsenenbildung
© Forum Erwachsenenbildung Niederösterreich
© Erzdiözese Wien
LQW-Testierung


Ö-Cert-Testierung